Pflegeanleitung für Rentierfelle

Ein Rentierfell wird oft wie ein Kuhfell behandelt – und genau das bekommt ihm nicht. Beide sind Naturfelle, aber ihr Haar ist grundverschieden, und daraus folgt fast alles Weitere.

Wenn das Fell ankommt

Wir versenden Rentierfelle im Kunststoffbeutel – er schützt das Fell auf dem Transportweg vor Nässe und Schmutz. Zum Aufbewahren ist er nicht gedacht. Nimm das Fell nach dem Auspacken heraus und lass es ein paar Stunden offen liegen oder hängen, damit die Transportfeuchtigkeit entweicht und sich das Haar wieder aufstellt.

Dass im Beutel lose Haare liegen, ist normal – warum, steht gleich im nächsten Abschnitt.

Warum Rentierfell anders ist

Rentierhaare sind hohl. In jedem einzelnen Haar steckt Luft – deshalb wärmt ein Rentierfell so außergewöhnlich gut und isoliert selbst gegen kalten Stein. Dieselbe Eigenschaft macht das Haar aber brüchig: Es knickt unter Druck und bricht dann ab.

Das heißt im Alltag: ein Rentierfell haart, und zwar dauerhaft. Das lässt sich nicht abstellen, durch keine Pflege und kein Mittel. Es ist kein Qualitätsmangel, sondern die Natur des Materials.

Der richtige Platz – die wichtigste Entscheidung

Weil das Haar bricht, gehört ein Rentierfell dorthin, wo wenig darauf getreten wird:

  • Über Sessel, Sofalehne oder Sitzbank gelegt
  • Als Sitzauflage auf Hocker, Stuhl oder Fensterbank
  • Auf kalten Sitzflächen – Steinstufe, Holzbank, Gartenmöbel, Ansitz, Schlitten. Hier spielt das hohle Haar seine größte Stärke aus: Es dämmt die Kälte von unten weg, und das spürt man sofort.
  • Als Bettvorleger – ein paar barfüßige Schritte am Morgen verträgt es gut; unter Schuhen und als täglicher Laufweg nicht

Nicht in die Sauna. Rentierfell wird dafür zwar gern angeboten, aber die Kabine vereint alles, was dem Fell schadet: Hitze trocknet die Lederseite aus, Schweiß und Aufguss bringen salzige Feuchtigkeit hinein – und waschen darf man das Fell nicht. Auf der heißen Bank hat es nichts verloren.

Nicht geeignet ist ein Rentierfell als Teppich im Flur, unter dem Esstisch oder an anderen Stellen mit viel Laufverkehr. Dort verliert es in kurzer Zeit sichtbar Haar. Wer einen begehbaren Fellteppich sucht, ist mit einem Kuhfell besser bedient – dessen Haar ist massiv und hält das aus.

Dazu wie bei allen Naturfellen: keine pralle Sonne (bleicht aus) und Abstand zu Heizung und Kamin (trocknet die Lederseite aus).

Reinigen

Ausschütteln ist die ganze Pflege. Nimm das Fell draußen, halte es mit der Haarseite nach unten und schüttle es aus. Loses Haar und Staub fallen heraus. Das reicht in aller Regel.

Saugen möglichst gar nicht. Wenn es sein muss: niedrigste Stufe, glatte Düse, kurz und nur in Strichrichtung. Auf keinen Fall eine rotierende Bürstwalze – sie bricht das Haar reihenweise ab.

Kein Wasser. Rentierfell wird nicht gewaschen, nicht eingeweicht, nicht mit Dampf behandelt und nicht mit Fellshampoo bearbeitet. Nässe macht die Lederseite hart und wellig, und das ist nicht wieder rückgängig zu machen.

Flecken also trocken angehen: vorsichtig ausbürsten oder abheben. Nur wenn es nicht anders geht, mit einem kaum feuchten Tuch über die Haarspitzen gehen, ohne die Lederseite zu durchnässen, und anschließend flach an der Luft trocknen lassen.

Der Eigengeruch

Frisch ausgepackt hat ein Rentierfell einen eigenen, leicht erdigen Geruch – nach der Zeit im geschlossenen Versandbeutel meist etwas deutlicher. Das ist normal und verliert sich, wenn das Fell ein paar Tage an der frischen Luft hängt – im Schatten, nicht in der Sonne. Deodorants oder Duftspray brauchst du dafür nicht.

Einlagern

Trocken und sauber aufbewahren, flach liegend oder locker gerollt mit der Haarseite nach außen, in Baumwolle oder Papier. Nichts Schweres darauf stapeln, das drückt das Haar ab.

Nicht dauerhaft im Kunststoffbeutel lagern. Für die Tage des Versands ist er genau richtig; über Wochen und Monate staut sich darin Feuchtigkeit, und daraus werden Stockflecken und muffiger Geruch. Zum Einlagern also heraus damit und in etwas Atmungsaktives packen.

Gegen Motten helfen Zedernholz oder Lavendel und vor allem regelmäßiges Herausnehmen, Lüften und Ausschütteln.

Gut zu wissen

Unsere Rentierfelle stammen aus Skandinavien, in drei Farbtönen (hell, hell-dunkel und dunkel) und drei Größen: L (110–135 cm), XL (140–145 cm) und XXL (150–160 cm). Jedes Fell ist ein Naturprodukt – Fellzeichnung, Farbton und Umriss unterscheiden sich von Stück zu Stück, und die angegebene Größe ist die Länge des Fells, kein Zuschnitt.

Fragen zu einem bestimmten Fell? Schreib uns an info@livorio.de.

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